Schützenverein Ahnsen e.V.
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Chronik des Schützenvereins Ahnsen von 1858 e.V.

Einen Blick in die Vergangenheit des Schützenvereins Ahnsen zu werfen ist nicht leicht, da das erste Protokollbuch in den Kriegsjahren abhanden gekommen ist.
Die Chronik der ersten 70 Jahre stützt sich auf mündliche Überlieferungen.
Demnach wurden nicht erst seit 1858, dem Gründungsjahr des Schützenvereins, in Ahnsen Schützenfeste gefeiert.

Nein, bereits sehr viel früher fand man sich in unserem Dorfe zu solch einem Feste zusammen. Ein Beweis dafür ist die älteste noch erhaltene Schützenscheibe Ahnsens, mit der Jahreszahl 1821, am Hause von Herrn Wilhelm Behrens.
Wie oft, und ab wann, um 1800 hier im Ort ein Schützenfest gefeiert wurde, läst sich nicht mehr feststellen.

Das nächste Zeugnis über das Schützenwesen ist ein Schreiben des Haus Voigts Franke vom 9. April 1840 an das Königliche Amt Meinersen.
In diesem Schreiben heißt es unter anderem:  "Mittels Reskript Königlichen Amtes vom 22. v. M erhielt  ich den Auftrag, den von den jungen Leuten in Ahnsen zum neuen Schießplatz auserwählten Ort in Augenschein zu nehmen und die getroffene Wahl desselben zu prüfen.
Ich zeigte dem Schaffner in Person des Schusters Bohlmann darauf mit Zuziehung des Tagelöhners Dedecke einen sich zum Schießen passenden Platz an, wofür ich nur 12 Gr Gebühren gefordert."
Der Streit ums Bezahlen dieser 12 Groschen, vom Königlichen Amt dokumentiert, bestätigt, dass damals, wie in dem Schreiben erwähnt, die Ahnser jungen Leute im Sommer fast alle Sonntage nach der Scheibe geschossen und sogar verbotener Weise getanzt haben.
Geschossen wurde beim Gastwirt Isensee, mitten im Dorf, ohne jegliche Absicherungen, mit den damaligen großkalibrigen Gewehren.
Man stelle sich das heute mal vor!

Im Jahre 1858 schlossen sich die Ahnser Schützen zu einer jungen Gesellschaft zusammen und erwarben die erste Ahnser Schützenfahne.
Diese Fahne dient als Dokument für die Gründung des Ahnser Schützenvereins.

Ab dem Jahre 1858 wurde fast alle 2 Jahre zu Pfingsten das Schützenfest gefeiert.
Das Fest begann am 2. Pfingsttag und dauerte 3 Tage.
Die Ausgestaltung und Finanzierung lag in den Händen der ledigen Männer.
Die Verheirateten nahmen am Essen und Tanz teil, kümmerten sich sonst jedoch kaum um das Fest.
Die hauptsächliche Bedeutung des Festes lag und liegt ja auch heute noch darin, dass es alle Dorfbewohner vereint.
Während sich heute die Einwohner noch in anderen Vereinen und Gruppen zusammenfinden, gab es damals keinen anderen Verein im Ort.
Das Leben verlief im vorigen Jahrhundert auch sonst in ganz anderer Weise.
Es gab keine Eisenbahn, keine Motorfahrzeuge, kein elektrisches Licht.
Es mag recht romantisch ausgesehen haben, wenn auf dem Zelt oder im Saal die Petroleumlampen ihr mattes Licht aus strahlten.  

Im Jahre 1883 erwarben die Ahnser Schützen eine zweite Fahne.
Es war ja inzwischen die Deutsche Reichsgründung erfolgt und so erhielt die Fahne die Farben schwarz-weiß-rot auf der einen Seite und die grüne Schützenfarbe auf der anderen Seite.
Inschrift: Schützen-Corps zu Ahnsen 1883.
Von nun an nannte man sich also Schützen-Corps.
1894 die Ahnser Schützenbrüder nennen sich nun " Schützenverein Ahnsen" gegründet  im Feb. 1894
Es werden Statuten (Vereinssatzung) beschlossen.
Dies ist nachzulesen im Kreisarchiv Gifhorn Hauptgruppe 3 Nr. 329/2
Anfangs wurde der Schützenkönig nur unter den Junggesellen ausgeschossen.
Doch mit der Zeit erkannte die junge Gesellschaft, dass es von Vorteil währe, wenn der Schützenkönig sich finanziell etwas rühren könnte.
Diese Überlegung verführte zu gewissen Unregelmäßigkeiten beim Königsschießen.
Hier ein Beispiel: 1901 sollte der reiche Bauer Brennecke König werden.
Als er sich zum Schießen niedersetzte,  bemerkte er, dass man dem Scheibenseher ein Zeichen gab. "So nich", sagte er, stand auf und ging.
Aber auch die Schützenbrüder reagierten schnell.
Sie sagten zum Gespannführer von Brennecken Heinr: "Kumm denn bist dü de Nächste".
So wurde der mittellose Gespannführer Heinr. Brockelmann Schützenkönig, die Scheibe kam an Brennecken Haus und Vater Brennecke musste dadurch doch die Zeche bezahlen.
Der Schützenkönig wurde früher also nicht nur ausgeschossen, sondern je nach Finanzlage auch ein bisschen ausgeguckt.
Das gibt es heute nicht mehr! Oder doch? !

Der Schützenverein Ahnsen war anfangs eine Schützengesellschaft und wurde vom jeweiligen Oberst geleitet.
Das waren bis 1904 die Schützenbrüder Wilh. Krößmann und Heinr. Brennecke.
Von 1904 -1920 Zimmerm. Heinr. Gödecke als 1.Präsident des Ahn. Schützenvereins.
Danach kam Otto Voiges, Großvater unseres, seit 1963 bis heute amtierenden Schießsportleiters Rolf Voiges.
Diesem folgte von 1933 - 1959 Wilh. Krößmann (2.).
Er hat den Verein in der damals politisch schwierigen Zeit als Oberst, Präsident, Vereinsführer mit zackigem Kommando und dann nach dem 2 Weltkrieg wieder als 1.Vorsitzender geführt.
Unter seinem Kommando wurde 1933 das 75- jährige und 1958 das 100 -jährige Schützenfest gefeiert.

Ein paar Zahlen zum 75  -jährigen Fest. Die 7 Mann Musikkapelle kostete für beide Tage 180 RM.
Die Gesamteinnahmen des Festes betrugen 423 RM, und die Ausgaben 590 RM.
Die Ahnser hatten mal wieder etwas zu zackig gefeiert.
Bis 1958 wurden die Schützenkönige auf dem alten Schießstand in den Ahnser Fuhren ausgeschossen.
Bei den "Fuhrenkatzekern", woher später das Eichhörnchen im Vereinsabzeichen abgeleitet wurde.
Das 100 jährige Schützenfest wurde der krönende Abschluss der ersten 100 Jahre. des Ahnser Schützenwesens. 

Erstmals wurden neben dem großen König und Kinderkönig( seit 1950 ) auch die Damen-Königin und der Jungschützenkönig ausgeschossen.     

1959 unter dem 1. Vors. Aug. Meyer änderte sich Grundlegendes im Verein.
Es wurde mit bescheidenen finanziellen Mitteln, dafür aber großer freiwilliger Eigenleistung, der erste Bauabschnitt des heutigen Schießstandes in Angriff genommen.
Baukosten damals: 6673 DM.

Die Ahnser Schützen traten 1963 dem Deutschen Schützenbund bei.
Es wurde von nun an nach den Regeln der Schießsportordnung geschossen.
Jeder Schütze konnte jetzt sein Ergebnis selbst kontrollieren.
Man nahm mit 2 Mannschaften am Rundenwettkampf teil und die Schießwarte absolvierten mit Erfolg einen Schießsportleiter-Lehrgang.
Seit dieser Zeit wurde das Sportschießen im Ahnser Schützenverein immer beliebter.   

Im Herbst des Jahres 1964, fand im Rahmen der Einweihung des 2. Bauabschnittes, dem jetzigen Aufenthaltsraum, das erste Schweinepreisschießen statt.
Das Ahnser Schweinepreisschießen entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einer sehr attraktiven Veranstaltung und wurde von vielen Vereinen der Umgebung nach gemacht.
Die Schützen kamen und kommen von Nah und Fern, um am Preisschießen und bei der Preisverteilung am Wurstessen teil zu nehmen.

Bis 1969 war der Schützenverein eine reine Männergesellschaft, doch von da ab, wurden auch die Schützenschwestern und die Kinder als Vereinsmitglieder aufgenommen.
Das gab dem Verein und vor allem dem Schießsport nochmals Auftrieb.

Es nahmen von 1977 an 12 Mannschaften jährlich am Rundenwettkampf teil.
Viele 1. Plätze wurden erreicht und die Ahnser schafften den Aufstieg bis in die Regionalliga.
Den Vereinsvorsitz hatten in dieser Zeit: Wilh. Behrens, Otto Hacke, Albert Voiges und Helmut Kahle.

1981 übernahm Karl Ranze jun. den Vorsitz im Schützenverein.
Die Vorbereitungen für das 125 jährige Schützenfest standen an.
Bisher wurde das Schützenfest von den Ahnser Gastwirten, im Reihumverfahren, ausgerichtet.
Da diese das Schützenfest nicht mehr übernehmen wollten, wurde beschlossen, das Schützenfest in Zukunft nur noch auf dem Festplatz zu feiern und an einen Festwirt zu vergeben.
Der Ablauf des Festes wurde überarbeitet und exakt festgelegt.
Das Königsfrühstück entwickelte sich, schon 1981 unter der Regie von Schützen-Oberst Hans Otto Ahrens zur Hauptattraktion des Schützenfestes.
Zum 125 jährigen Jubiläum waren 26 Abordnungen befreundeter Vereine aus den umliegenden Dörfern und Berlin gekommen.
Auch waren der Vizepräsident des Deutschen Sportschützen- verbandes, der Vors. des Kreisschützenverbandes und der Vors.  des Kreissportbundes anwesend.
Am Kommersabend, auf dem 800 qm großen Zelt, konnte der Schützenverein Ahnsen ca. 600 Personen begrüssen.
Vor dem großen Festumzug am Sonntag ein weiterer Höhepunkt, die Fahnenweihe unserer neuen Vereinsfahne.
Hieran nahmen 23 Fahnengruppen der geladenen Vereine teil.
Am Montag dann als Abschluss das Königsfrühstück und der bunte Umzug.
Damals feierten die Ahnser 4 Tage, ohne Pause, der "harte Kern" noch länger.
Was heute anscheinend nicht mehr möglich ist.
Auf dem Fest wurden insgesamt ca. 2000 L. Freibier und Brause ausgeschenkt.
Trotz alledem war, im Gegensatz zu früher, beim Jubiläumsfest noch etwas an DM über.
Das Gelände des Schützenheimes wurde etwas erweitert und käuflich erworben.
Die Schützen hatten nun ein eigenes Zuhause.
Es wurde wieder gebaut. 

2 Jahre und 2547 freiwilligen Arbeitsstunden waren nötig und ein neuer Luftgewehrschießstand war fertig gestellt.
Die Gesamtkosten betrugen 71000 DM.
Von 1993 bis heute ist Jochen Evers 1. Vors. des Vereins und Ernst Isensee 1. Schießsportl. Rainer Tietje ist Oberst beim Schützenfest.
Unter ihrer Leitung hat das Schützenfest noch etwas zugelegt.
Das Fest dauert zwar nicht mehr so lange und die Jugend kommt nachts erst in Gang, zu einer Zeit, da gingen früher die Ersten schon nach Haus.
Auch bei den aktiven Schützen ist die Zeit nicht stehen geblieben.
Die Schützenbrüder und Schützenschwestern sind älter geworden.
Waren es zu Anfang des Schützenwesens die jungen Leute die das Geschehen in der Hand hatten, so sind es heute die älteren Jahrgänge, die den Verein am Leben halten.

Karl Ranze

       

Fahnen

Fahne von 1883
Fahne 1858 Vorderseite
Fahne 1858 Rückseite

       

Letzte Änderung: 12.01.2016
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